Das Kinder- und Jugendparlament gibt es seit 2023. Es besteht aus etwa 80 Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 21 Jahren. Wir haben mit Dora (10) und Kevin (16) gesprochen. Beide sind seit mehreren Jahren im KJP.
Von Claire Horst

Wie seid ihr zum KJP gekommen?
Dora: Ich wurde ausgelost, ich habe einen orangenen Glitzerbrief bekommen.1
Kevin: Ich habe mich umgeschaut, wo ich mich beteiligen kann und bin online auf das KJP gestoßen. Denn man kann immer über Politiker*innen meckern. Aber man kann auch vieles selber verbessern! Es macht Spaß, in die Ausschüsse und in die BVV zu gehen. Und die meisten unserer Anträge werden auch angenommen.
Welche Anträge habt ihr bisher gestellt?
Kevin: Wir haben genderneutrale Toiletten und Bibliotheken für alle Neuköllner Schulen beantragt. Außerdem haben wir kostenfreie Menstruationsartikel an Neuköllner Schulen und mehr Mülleimer auf den Neuköllner Spielplätzen beantragt.
Dora: Wir haben auch mehr Spielplätze für Größere beantragt. Das haben wir im KJP abgestimmt, dann im Ausschuss vorgestellt, dann bei der BVV. Und alle haben ja gesagt. Ich glaube, der Richardplatz wird jetzt umgebaut. Das fühlt sich richtig gut an!
Wie funktioniert so ein Antrag?
Kevin: Die Arbeitsgruppen formulieren einen Antrag und bringen ihn in die große KJP-Sitzung ein. Dann gehen wir in die verschiedenen Ausschüsse und in die BVV, und da werden die Anträge dann beschlossen. Wir haben auch Projektbeiräte, zum Beispiel zum Thema Obdachlosigkeit. Und wir überlegen uns Formate, mit denen man Jugendliche für Politik interessiert.
Der Altersunterschied ist recht groß. Wie kriegt ihr das hin, wenn manche von euch 6, manche schon 21 Jahre alt sind?
Kevin: Man erklärt Sachen so, dass es auch die Jüngeren verstehen. Und dann lernt man die anderen Perspektiven kennen und kann die Aufgaben verteilen.
Was ist euch noch wichtig?
Kevin: Jede*r kann sich beteiligen, aus allen Verhältnissen, ob arm oder reich.
Dora: Mir gefällt einfach alles! Besonders die Koordinierungsgruppe: Wir bereiten die Sitzungen vor. Das macht Spaß, und es gibt immer Süßigkeiten. Ich will auf jeden Fall noch länger dabeibleiben.
Du willst mitmachen? Alle Infos und Termine unter https://kjp-nk.de/
Dieser Beitrag ist erstmals am 18.06.2026 in der Donauwelle 13/2026 erschienen. Die Kiezzeitung Donauwelle wurde im Rahmen des Projektes „Wir sind der Donaukiez“ erstellt. Dieses Projekt wird gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin im Rahmen des Städtebauförderprogramms Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten.
- Es gibt drei Möglichkeiten, Mitglied zu werden: Per Losverfahren wurden 150 Kinder und Jugendliche angeschrieben und eingeladen – so wie Dora. Schulen und Jugendeinrichtungen entsenden Delegierte. Und: Alle Interessierten können sich selber melden – so wie Kevin.
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