Donauwelle 13, Kiezredaktion der Donauwelle

Unkürzbar: Vorfahrt für Inklusion

Am 5. Mai demonstrierten hunderte Menschen in Berlin für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung und gegen geplante Kürzungen. Drei Tage später waren wir auch bei der Inklusionsaktion auf dem Neuköllner Rathausvorplatz dabei.

von Stefanie Battisti und Yael Parish

Auch dieses Jahr war im Rahmen des „Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ lautstarker Protest angesagt. Das diesjährige Motto lautete: „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“.

Auch drei Tage später wurde der Protest sichtbar — diesmal direkt vor unserer Haustür. Unter dem Motto „Gemeinsam stark: Inklusion in Neukölln und Europa“ lud die Veranstaltung auf dem Neuköllner Rathausvorplatz Bürger*innen, Vereine und Interessierte ein, gemeinsam über inklusive Zukunftsideen zu sprechen und Forderungen an die Politik zu richten. Wir haben mit Engagierten vor Ort gesprochen.


„Wir möchten aufzeigen, dass wir ein aktiver Teil dieser Gesellschaft sind – kein hilfebedürftiger. Natürlich sind wir auf Unterstützung angewiesen, aber wir sind aktive Mitgestalter von Neukölln. Und wir möchten diese Wertschätzung haben und zeigen, was wir leisten können.“ 

Anke Nietsch, begleitender Dienst, Tagesförderstätte Neukölln der Lebenshilfe

Protest lohnt sich!

Im Mai 2026 besuchten rund 40 Menschen, viele davon im Rollstuhl, unangemeldet das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales. Sie forderten gleiche Löhne für persönliche Assistenzen im Arbeitgebermodell. Noch am selben Tag des Protests lenkte die Behörde ein. Ein wichtiger Schritt: Denn wer seine Assistenzkräfte selbst auswählen und anstellen kann, gestaltet sein Leben selbst. 


Dieser Beitrag ist erstmals am 18.06.2026 in der Donauwelle 13/2026 erschienen. Die Kiezzeitung Donauwelle wurde im Rahmen des Projektes „Wir sind der Donaukiez“ erstellt. Dieses Projekt wird gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin im Rahmen des Städtebauförderprogramms Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten.