Alle Artikel mit dem Schlagwort: Müll

Weniger Müll, mehr Miteinander

Wie aus einer Diskussion im Nachbarschafts-Chat eine Kiez-Initiative wurde – ein persönlicher Bericht und eine Einladung zum Mitmachen. von Jonathan Klein & Mounir Zahran Wir leben sehr gerne im Donaukiez. Für uns steht er für das Beste am Großstadtleben: Freiheit, Vielfalt, Lebendigkeit. Doch wir erleben auch Schattenseiten: soziale Spannungen, Gleichgültigkeit, Anonymität – besonders spürbar in der zunehmenden Vermüllung. Sie ist für uns sichtbarer Ausdruck dieser Probleme und verstärkt sie zugleich. In unserem Kiez-Telegram-Chat zeigte sich: Viele sind frustriert, aber auch bereit, etwas zu verändern. Einige meldeten Missstände per Ordnungsamt-App – nicht immer mit der erhofften Wirkung. Andere sprachen mit BSR-Teams, die selbst frustriert sind. Hinter vorgehaltener Hand erzählen sie, unser Kiez sei längst aufgegeben worden. Ein Leserbrief von einem aus unserer Runde brachte Bewegung: Der Tagesspiegel berichtete*, und daraufhin reinigte ein Sondertrupp endlich mal gründlich die Straßen, das erste Mal seit Monaten. Andere begannen, regelmäßige Clean-Ups auf der Sonnenallee zu organisieren. So entstand ein Schatz an Erfahrungen – aber die Aktionen blieben vereinzelt. Deshalb haben wir eine Kiez-Initiative gegründet: Wir wollen uns vernetzen, Wissen bündeln …

Whiteness und der unsichtbare Müll

Was für manche einfach nur Müll ist, erzählt für andere von Ungleichheit, Verdrängung, Protest – und einem Blick, der lieber wegschaut als hinhört. Beobachtungen eines Kiezdenkers. – Meinungskolumne von Oğuzhan Danışmanoğlu Müll im Kiez? Altbekanntes Thema… Aber hinter diesem Müllthema verbirgt sich eigentlich ein viel tieferes Phänomen – verschiedene Formen von Whiteness. „Whiteness“ meint, dass weiße, meist christliche Europäer – oft Männer – über viele Jahrhunderte in vielen Bereichen wie Politik, Wirtschaft oder Kultur den Ton angegeben haben. Aber ich spreche bewusst von „Whitenesses“ im Plural. Denn es geht nicht nur um Hautfarbe, sondern um eine Haltung, die sich durch verschiedene Menschengruppen zieht – ob europäisch oder orientalisch. Diese Haltung lautet: Müll soll produziert werden, aber gefälligst unsichtbar sein. Mich hat am meisten diese Schnittstelle zwischen Müll und Whiteness interessiert. Ich konnte nicht aufhören, darüber nachzudenken. Woher kommt all der sogenannte Dreck – und warum wird er, durch einen White-Filter betrachtet, so eng und moralisch bewertet?Ich sag gleich vorweg: Das hier ist keine Botschaft für gut gemeinte Beiträge aus der Machtperspektive. Ja, es liegt viel …