Was für manche einfach nur Müll ist, erzählt für andere von Ungleichheit, Verdrängung, Protest – und einem Blick, der lieber wegschaut als hinhört. Beobachtungen eines Kiezdenkers. – Meinungskolumne von Oğuzhan Danışmanoğlu Müll im Kiez? Altbekanntes Thema… Aber hinter diesem Müllthema verbirgt sich eigentlich ein viel tieferes Phänomen – verschiedene Formen von Whiteness. „Whiteness“ meint, dass weiße, meist christliche Europäer – oft Männer – über viele Jahrhunderte in vielen Bereichen wie Politik, Wirtschaft oder Kultur den Ton angegeben haben. Aber ich spreche bewusst von „Whitenesses“ im Plural. Denn es geht nicht nur um Hautfarbe, sondern um eine Haltung, die sich durch verschiedene Menschengruppen zieht – ob europäisch oder orientalisch. Diese Haltung lautet: Müll soll produziert werden, aber gefälligst unsichtbar sein. Mich hat am meisten diese Schnittstelle zwischen Müll und Whiteness interessiert. Ich konnte nicht aufhören, darüber nachzudenken. Woher kommt all der sogenannte Dreck – und warum wird er, durch einen White-Filter betrachtet, so eng und moralisch bewertet?Ich sag gleich vorweg: Das hier ist keine Botschaft für gut gemeinte Beiträge aus der Machtperspektive. Ja, es liegt viel …