Alle Artikel mit dem Schlagwort: Wahlen

Ein Haus für die Bürger*innen?

Das Neuköllner Rathaus ist Verwaltungszentrale, Wahlort und Bürger*innenhaus in einem. Ein Überblick, wie man sich einbringen kann – und was daraus werden kann. von Rüdiger Loeffelmeier Aquí puedes leer la versión en español. Das Rathaus Neukölln mit seinem beeindruckenden 68 Meter hohen Turm wurde 1914 eingeweiht. Wer es betritt, kommt sich schnell ein wenig verloren vor. Dabei gehört es uns allen: Als Bürger*innen tragen wir durch unsere Beteiligung an den Wahlen maßgeblich dazu bei, dass das Rathaus als Verwaltungszentrale des Bezirks überhaupt funktioniert.Wir wählen alle fünf Jahre die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), die ihrerseits dann die Bezirksbürgermeisterin bzw. den Bezirksbürgermeister und die Stadträte wählt. Ohne diese beiden Instanzen wäre es nicht möglich, die vielen Dinge des öffentlichen Lebens in Neukölln zu regeln. Doch ein Blick auf die Webseite verrät, dass es auch jenseits der Wahlen Wege gibt, sich einzubringen: EinwohnerfragestundeAls Bürger*in kannst du der BVV Fragen stellen. Zum Beispiel: Warum gibt es an der Sonnenallee hin zur Theodor-Storm-Schule immer noch keine Ampel? Ideen, Kritik, Wünsche:Wer ein konkretes Problem oder einen Vorschlag hat, kann sich direkt an das …

Unkürzbar: Vorfahrt für Inklusion

Am 5. Mai demonstrierten hunderte Menschen in Berlin für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung und gegen geplante Kürzungen. Drei Tage später waren wir auch bei der Inklusionsaktion auf dem Neuköllner Rathausvorplatz dabei. von Stefanie Battisti und Yael Parish Auch dieses Jahr war im Rahmen des „Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“ lautstarker Protest angesagt. Das diesjährige Motto lautete: „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“. Auch drei Tage später wurde der Protest sichtbar — diesmal direkt vor unserer Haustür. Unter dem Motto „Gemeinsam stark: Inklusion in Neukölln und Europa“ lud die Veranstaltung auf dem Neuköllner Rathausvorplatz Bürger*innen, Vereine und Interessierte ein, gemeinsam über inklusive Zukunftsideen zu sprechen und Forderungen an die Politik zu richten. Wir haben mit Engagierten vor Ort gesprochen. „Wir möchten aufzeigen, dass wir ein aktiver Teil dieser Gesellschaft sind – kein hilfebedürftiger. Natürlich sind wir auf Unterstützung angewiesen, aber wir sind aktive Mitgestalter von Neukölln. Und wir möchten diese Wertschätzung haben und zeigen, was wir leisten können.“  – Anke Nietsch, begleitender Dienst, Tagesförderstätte Neukölln der Lebenshilfe Protest lohnt sich! Im Mai 2026 …

September 2026: Es wähle, wer kann!

Am 20. September finden in Berlin gleich zwei Wahlen statt: die Wahl zum Abgeordnetenhaus und die Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Wer hat hier die Wahl? von Claire Horst und Eric Friedewald Abgeordnetenhaus (AGH)Berliner Landesparlament, alle 5 JahreWer darf wählen?– Deutsche Staatsangehörige ab 16 JahrenSeit mind. 3 Monaten in Berlin gemeldet2 Stimmen: eine für Direktkandidat*in, eine für Partei Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Bezirksparlament, alle 5 JahreWer darf wählen?– Deutsche Staatsangehörige ab 16 Jahren– EU-Bürger*innen ab 16 JahrenSeit mind. 3 Monaten in Berlin gemeldetJede*r Wähler*in hat 1 Stimme Wahlberechtigung im DonaukiezFast jede*r zweite Bewohner*in des Donaukiezes darf im September nicht über das Abgeordnetenhaus mitentscheiden. Das Wahlrecht ist eine Frage der Herkunft und des Alters. Abgeordnetenhaus (AGH) –Berlin Eyalet ParlamentosuSeçimler her 5 yılda bir yapılır.Kimler oy kullanabilir?– 16 yaşını doldurmuş Alman vatandaşları– En az 3 aydır Berlin’de ikamet ediyor olmak2 oy hakkı: biri doğrudan aday için, diğeri bir parti için Neukölln İlçe Meclisi (Bezirksverordnetenversammlung – BVV)İlçe parlamentosu, her 5 yılda bir seçilir.Kimler oy kullanabilir?– 16 yaşını doldurmuş Alman vatandaşları– 16 yaşını doldurmuş AB vatandaşlarıEn az 3 aydır Berlin’de ikamet ediyor …

Meilensteine des Wahlrechts

Wer wählen und gewählt werden durfte, war im Laufe der Zeit immer unterschiedlich. Wir nehmen euch mit auf eine Reise durch die Entwicklung des Wahlrechts für den Donaukiez. Eric Friedewald Click here for the English Version. 1908 – Alte, weiße Männer mit viel Geld regieren Rixdorf Bei Politikern aus der Kaiserzeit denken wohl viele Menschen an alte Männer mit Schnäuzer, Zigarre, Frack und Zylinder. Dieses Bild kommt nicht von ungefähr. Die Stadtverordnetenversammlung (heute BVV) von Rixdorf (später Neukölln) durfte nur von steuerpflichtigen Männern ab 25 Jahren gewählt werden. Frauen, junge Menschen, arme Menschen und Soldaten waren vom Wahlrecht ausgeschlossen. Somit waren nNur ca. 15% der Neuköllner*innen wahlberechtigt. Und damit nicht genug: Die verbliebenen Wahlberechtigten wurden nach ihrem Steueraufkommen in drei Klassen eingeteilt. Wenige Reiche in den ersten beiden Klassen stellten nur 20 % der Wahlberechtigten. 80% der Wahlberechtigten gehörten der dritten Klasse an. Jede Klasse wählte jedoch ein Drittel der Stadtverordneten, was die Wohlhabenden stark begünstigte und die SPD als Arbeiterpartei von der Macht fernhielt. 1918/20: Eine Revolution des Wahlrechts In der Weimarer Republik wurde …

“Wenn das Leben anklopft…”

Kleine Wahlen, große Fügungen: Unser Kiezgedächtnis weiß, wie man dem Tag und dem Leben die Tür öffnet.  Von Reni und Hans Babkuhl Der Mensch ist jeden Tag gezwungen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, damit der Tag nicht mies verläuft. Die Wahl fängt morgens an: Rührei, Spiegelei — oder doch die bemalten Eier? Ich wähle letztere und schiebe sie mir in den Mund. So starte ich mit meiner ersten farbenfrohen Wahl in den Tag. Alles andere ergibt sich schon. — Reni, 87 Jahre Es gibt auch Wahlen, die ein ganzes Leben verändern. Ich wollte immer Tischler werden, fand aber keine Lehrstelle. Also erlernte ich das Bäckerhandwerk — und traf damit die beste Wahl meines Lebens. Denn dabei lernte ich meine Reni kennen und entschied mich fürs Glück. Im August 1960 haben wir geheiratet. Jetzt sind wir fast 66 Jahre verheiratet und freuen uns immer noch über diese Entscheidung. Die zweitbeste Wahl war, 1960 bei der BVG anzufangen: zuerst als Straßenbahnschaffner, dann Busschaffner, später Busfahrer. 1994 fragte die BVG, ob ich mit 58 Jahren in den Vorruhestand …

Hast du eine Stimme?

Jede Stimme zählt! Das gilt im September ganz besonders: Dann finden in Berlin gleich mehrere Wahlen statt. Aber nicht alle haben eine Stimme, die sie für den Schutz der Demokratie nutzen können: Nur die Hälfte aller Menschen im Donaukiez hat ein Wahlrecht. Wir haben mit Anwohner*innen darüber gesprochen, wie sie sich trotzdem beteiligen und welche Entscheidungen sie jeden Tag treffen. Außerdem erfahrt ihr, wie sich das Wahlrecht in Deutschland entwickelt hat, wie sich geflüchtete und wohnungslose Menschen für ihre Rechte einsetzen und wo Kinder Politik machen. Und wo bringst du dich ein? Du hast die Wahl: Schau in unseren Entscheidungsbaum, entdecke die Beteiligungsmöglichkeiten im Rathaus Neukölln — und im Kiezkalender findest du alle Termine rund um die Wahl! Every voice counts! That’s especially true this September, when Berlin holds several elections at once. But not everyone has a voice: only half of all people in Donaukiez are eligible to vote. We’ve talked to neighbours about how they get involved anyway — and what decisions they make every day. You’ll also find out how voting rights …